Während ich diesen Header eintippe, muss ich schmunzeln. Vor nicht allzu langer Zeit spielte ich Snake 2 auf dem Klapphandy meines Vaters. Nun versuche ich, meine angeborenen Fähigkeiten zu bewahren. Eine spannende Entwicklung.
Der Mehrwert von künstlicher Intelligenz im Arbeitsalltag ist unbestritten
Aber mal ehrlich: Ich ertappe mich regelmässig dabei, wie ich sämtliche Synapsen meines Gehirns unterdrücke, indem ich Claude eine Prompt vorsetze wie: “Erstell mir drei alternative Betreffzeilen für die Sales-Mail an XY”.
Was passiert in einem solchen Moment? Ich delegiere sämtliche Verantwortung für die KREATION von etwas Wichtigem an die KI. Was dabei herauskommt, kenne wir alle. Texte ohne Charakter, welche sich nicht gross unterscheiden.
Dann habe ich damit begonnen, mich wieder tiefer mit einer Fähigkeit auseinanderzusetzen, welche ich eigentlich relativ gut beherrsch(t)e: DENKEN.
Die gute Nachricht: Die Fähigkeit, zu denken, verlieren wir nicht. Aber wir können uns daran gewöhnen, sie immer seltener einzusetzen. Unser Gehirn lässt sich mit einem Muskel vergleichen. Je mehr wir trainieren, desto fitter sind wir. Darum meine fünf Praxistipps, damit diese elementare Fähigkeit nicht verloren geht:
- Erstelle immer zuerst einen eigenen Draft. Überlege dir, welche Antwort du auf deine Fragestellung entworfen hättest und halte deine Gedanken fest. Dann führst du den Prompt aus und vergleichst du dein Ergebnis mit jenem der KI.
- Hinterfrage alles. Stell dir vor, du erhältst deine Antwort von einem intelligenten, aber unerfahrenen Praktikanten ohne Hintergrundwissen. Begegne der Antwort mit einer gesunden Portion Skepsis und lege deine Berufserfahrung in die Waagschale. Besteht die KI-Antwort diesen Test, kannst du damit weiterarbeiten.
- Gib Pushback. Indem du kritische Rückfragen stellst, bleibst du im Fahrersitz. Du zwingst KI dazu, ihre Aussagen nochmals zu validieren und bei Bedarf zu belegen.
- Schütze dein Gedächtnis. Deine Erinnerungen und Erfahrungen sind einzigartig. Sie sind das, was dich als Individuum ausmacht. Durch regelmässige Reflexion wirst du dir bewusst, was du alles bereits gemacht und gelernt hast. Nutze dies als Wettbewerbsvorteil, statt die gesamte Denkarbeit an KI zu delegieren.
- Plane dir KI-freie-Zeit in deinen Kalender ein. Was du dann machst? Bewusste kognitive Arbeit ohne künstliche Intelligenz. Entwickle eine neue Idee, spiele einen Problemlösungsprozess durch oder schreib wiedermal ein paar Zeilen Code.
Damit leistest du einen wichtigen Beitrag zu einem übergeordneten Ziel, welches täglich an Bedeutung gewinnt:
Du bleibst einzigartig.
Falls du dieses Thema in deinem Unternehmen vertiefen möchtest, melde dich gerne bei mir. Ich bin gerne bereit, bei deinem nächsten Brownbag-Talk oder Teamentwicklungsseminar einen Impuls zu diesem wichtigen Thema einzubringen.
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